Heidelsburg

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Gemäß römischen Münzfunden, die in den 1970er Jahren zu Tage kamen, wurde die Heidelsburg zwischen dem 2. nachchristlichen Jahrhundert (Kaiser Hadrian) und 351 (Germaneneinfälle) errichtet. Nach Lage und Form der Anlage sowie einem gallischen Münzfund halten Historiker es allerdings für wahrscheinlich, dass der Bau auf die Kelten zurückgeht und sein Ursprung bereits um 100 v. Chr. liegt. Es ist auch nicht auszuschließen, dass die Burg in spätkarolingischer Zeit noch mal ausgebaut wurde. Gewisse Merkmale der Bearbeitung des Kammertores deuten darauf. Erst 1990 kam die Anlage in den Besitz der staatlichen Forst- und Schlösserverwaltung des Landesamtes für Denkmalpflege.
Auf dem steil zum Schwarzbachtal abfallenden Höhenrücken befand sich eine durch natürliche Buntsandsteinfelswände ergänzte ovale Ummauerung mit großen Quadern, die eine ältere Konstruktion aus Holzpfählen verstärkte. Innerhalb dieser Mauern erstreckte sich das Castrum, das durch zwei Tore von West und Ost zugänglich war. Heute sind nur noch Rudimente der Verteidigungsmauer zu erkennen. Das Westtor ließ Sprater Ende der 1920er Jahre aus den stark bemoosten Original-Quadern wieder aufbauen. Die Funktion einer Vertiefung im Bereich der Ringmauer ist unklar; möglicherweise war es eine Zisterne.
Im Heimatmuseum von Waldfischbach-Burgalben befindet sich ein Rekonstruktionsmodell der gesamten Anlage.

Der authentische Name ist nicht überliefert. Die Bezeichnung „Heidelsburg“ weist etymologische Verwandtschaft zu „Heiden“ auf und entstand erst im Mittelalter, als der Bau schon seit Jahrhunderten verfallen war. Eine lokale Quelle aus Waldfischbach erwähnt die Ruinen um 1600.

Bei den ersten Ausgrabungsarbeiten im 19. Jahrhundert wurde eine Grabplatte freigelegt, die einen Mann mit einer Axt und eine Frau mit einem Korb darstellt. Die Axt war das Symbol des römischen Forstverwalters, des „Saltuarius“, und ein gleichlautender Namenszusatz auf einer Inschrift in der Mauer sowie ein entsprechendes Werkzeug wurden auch in der Nähe der Anlage gefunden. Wenngleich schriftliche Quellen fehlen, ob und inwieweit die Römer im Umkreis der Heidelsburg tatsächlich organisierte Forstwirtschaft betrieben haben, handelt es sich dennoch um das älteste bekannte Indiz für Waldadministration in der Spätantike auf germanischem Boden. Touristische Werbematerialien künden daher von der Heidelsburg als dem ältesten Forstamt Deutschlands.